Wie ein Kind besitzt ein junges, neu entstandenes Volk die Schwäche, zunächst nach dem zu greifen, was ins Auge fällt. Der äußere Schein hinterlässt die stärksten Eindrücke. Ursache wird für Wirkung gehalten, das Spiegelbild ersetzt das Wesen. Oberflächliche Eindrücke führen zu oberflächlichem Verstehen; daraus entstehen falsche Schlüsse. Diese wiederum formen irrige Überzeugungen, die in lächerliches Denken münden. Junge Völker ahmen mehr nach, als dass sie systematisch forschen. Oft verkehren sie selbst die besten, ethischsten Ansätze ins Gegenteil, weil sie sie missverstehen. So nisten sich in ihnen Demoralisierung und Ausschweifung statt Moral und Güte ein, Stolz, Feindseligkeit und Hass statt Aufrichtigkeit, Brüderlichkeit und Zusammenhalt. Streit und Spaltung verdrängen Eintracht und Einverständnis. Das Ergebnis: geistige Verflachung und Missverständnis statt Entwicklung. Missverständnisse aber hemmen den Fortschritt der Seele – die Bildung. Mode wird mit Zivilisation verwechselt und an ihre Stelle gesetzt...